Okt
9
2010
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Unter die Lupe genommen: Das WeTab im großen Test

Ich kann es nur immer wieder sagen, die Story vom WeTab liest sich echt wie ein Roman. Zuerst das verpatze PR-Desaster, dann die ewige Verzögerung beim Verkaufsstart. Jetzt, nachdem es mit über einem Monat Verspätung doch noch zu haben ist, hagelt es schon harte Kritik aus der Tech-Branche.

Bei den eingefleischten Tech-Junkies hat das WeTab jetzt schon einen schlechten Ruf und selbst wenn man Zeitung liest, sollte man das Meiste mitbekommen. Trotz der Unzufriedenheit vieler Leute hab ich mir das WeTab jetzt zum Testen bestellt und schildere jetzt meine uneingenommenen Eindrücke. Begleitet werdet ihr durch den Test immer mal wieder von Fotos und einem Video.

Fangen wir mal mit dem Lieferumfang an, den ich schon ein bisschen im Unboxing-Artikel beschrieben habe. Das WeTab kommt in einer schick aussehenden Verpackung, die größtenteils weiß gehalten ist. Auf jeder Seite sieht man die entsprechende Abbildung des WeTab. Öffnet man die Verpackung kommt auch gleich das WeTab zum Vorschein. Mit dabei sind außerdem noch folgende Dinge.

  • Auflade-Kabel (zweiteilig)
  • Stoff-Tasche
  • WeTab-Aufkleber (Apple lässt grüßen)
  • Anleitung für Ersteinrichtung
  • Display-Putztuch

[youtube yZWHgCzVMNE]

Besonders schön fande ich das Putztuch und die Hülle, denn solche Dinge fehlen zum Bespiel beim iPad komplett. Der Aufkleber ist natürlich nicht notwendig, aber trotzdem ganz witzig. Sofort beim ersten Anblick fallen ein paar Unterschiede zum iPad auf. Zum einen ist der 11.6″ große Touchscreen in einem anderen Format, zum anderen gibt es aber auch mehr Anschlüsse. Darunter ein HDMI-Port und zwei USB-Zugänge. Genauso kann man auch eine SD-Karte verwenden.

Hardware

Von der Verarbeitung macht das WeTab zwar nicht so viel her wie das iPad, doch es kann sich durchaus sehen lassen. Vorderseite, Kanten und Rückseite ist gut verarbeitet, große Spaltmaße gibt es zum Glück nicht. Die Rückseite des MeeGo-Tablets besteht nicht wie beim iPad aus Aluminium. Durch den verwendeten Kunststoff wird der Eindruck ein bisschen verschlechtert. Unter der Haube werkelt übrigens ein Intel Atom N450 Prozessor, der mit 1.66 GHz taktet. Eigentlich ist das Teil für Netbooks gedacht und das lässt es auch spüren: Bei mir geht der Lüfter nach kurzer Inbetriebnahme sofort an.


Er ist wirklich laut und das nervt schon, wenn man das superleise iPad gewohnt ist. Das Logo auf der Rückseite lockert den eher dunklen Look etwas und scheint nicht einfach nur ein Aufkleber zu sein. Der An- und Ausschalter befindet sich auf der Rückseite des Geräts, was mich persönlich ziemlich nervt. Nimmt man das WeTab nämlich in die Hand und will es anmachen, muss ich erstmal ein paar Sekunden die Rückseite abtasten, bis ich den Button gefunden habe. Mit der Zeit wird sich das aber sicherlich bessern, hoffe ich. Negativ aufgefallen ist mir noch das relativ hohe Gewicht des WeTab. Auf Dauer macht es wirklich keinen Spaß es zu halten. Beim iPad ist das anders. Es wiegt ja auch knappe 300 Gramm weniger. Ok, das fiel mir noch auf: Der Touchscreen reagiert sehr gut, selten muss man ein zweites Mal tippen.

Software

Und wenn letzteres der Fall sein sollte, ist das Interface schuld. Wobei wir schon beim nächsten großen Punkt wären: MeeGo und das WeTab OS. Also mal zur Aufklärung: WeTab OS ist eigentlich kein Betriebssystem, sondern eher eine Benutzeroberfläche, die über MeeGo gelegt wird. Deshalb sieht man von dem Intel-Nokia-OS nahezu nichts mehr. Fährt man das WeTab zum ersten Mal hoch, muss man erstmal einen Installations-Prozess abwarten, bis mal loslegen kann. Ist das geschafft, erscheint gleich der etwas ungewöhnlich Homescreen. Dort liegen sogenannte Widgets, die man anklicken kann. Entweder man scrollt weiter hinunter, indem man mit dem Finger senkrecht über den Touchscreen streift, oder man benutzt die spezielle Daumen-Navigation. Sie befindet sich am rechten Rand in einer Leiste, die auch für die wichtigsten Funktionen wie den Browser und die geöffneten Fenster zuständig ist.

Am Anfang befinden sich auf dem Homescreen schon ein paar Widgets von der ARD oder wetter.info, doch über den Button “Anpassen” lassen sich die bestehenden Widgets beliebig verschieben. Öffnet man rechts in der Leiste die geöffneten Fenster, so kommt man in eine Art Helikopteransicht. Von dort aus kann man zu den einzelnen Tasks wechseln oder Apps schließen. Machen wir doch mal mit dem Browser weiter, denn das Internet ist ja eigentlich die wichtigste Funktion im Tablet. Sobald man ihn das erste Mal öffnet, kommt der Hinweis, man müsse eine Interetverbindung aufbauen. Das funktionierte bei mir auf anhieb, auch wenn der Prozess nicht so komfortabel ist (designtechnisch) wie beispielsweise bei Android oder dem iPad.

Hat man das erledigt, kann’s mit dem Surfen losgehen. Diesmal sieht man in einer neu aufgetauchten linken Leiste eine zweite Daumen-Navigation. Mit Hilfe dieser kann man schneller durch eine Webseite scrollen. Doch ich finde, der Browser ist relativ unausgereift. Klickt man oben in das URL-Feld, fällt erstmal auf, dass dort keine Webseiten auftauchen, die kürzlich aufgerufen wurden oder mit dem getippten Buchstaben beginnen. Auch finde ich es nicht schön, dass jedes mal beim Laden einer Webseite dieser hässliche “wird geladen…”-Button erscheint. Das schlimmste kommt aber erst noch: Pinch-To-Zoom bzw. Multitouch ist eine komplette Katastrophe. Entfernt man beide Finger voneinander, reagiert der Browser mit einer enormen Verzögerung und alles muss sich erst einmal wieder “ordnen”. Genauso ist es auch beim automatischen Wechseln der Bildschirmausrichtung. Erst nach kurzer Zeit passt es sich an, nachdem alles weiß geworden ist.

Interessanterweiße gibt es wie bei Android und iOS einen App-Store, aus dem man Anwendungen für’s Tablet herunterladen kann. Er nennt sich WeTab Market und bietet eine kleine Auswahl an Software. Beim ersten Starten muss man sich aber ersteinmal anmelden. Hat man das gemacht, kann man aus verschiedenen Kategorien Apps herunterladen. Darunter Lifestyle & Sport, Lernen & Spielen und Tools & Dienstprogramme. Auch im Market erscheint wieder der “Laden-Button” und man muss immer ein klein wenig auf die aufgerufene Seite warten. Das ist übrigens bei allen Anwendungen der Fall.

Jetzt aber mal wieder zu den positiven Sachen: Steckt man zum Beispiel eine SD-Karte in den Slot, wird das relativ schnell erkannt und es erscheint ein Button am linken Bildschirmrand. Klickt man auf diesen, so erscheinen folgende Funktionen: “View Images”, “Show Files” und “Eject Device”. Ihr seht, das ist gleich das nächste Problem: Das Betriebssystem ist nicht komplett übersetzt. Für Leute, die kein Englisch können, wäre das schon ein riesiges Problem. Leider hängen sich auch bestimmte Funktionen immer wieder auf, sodass ein Reboot notwendig ist.

Fazit

Zwar ist das WeTab von der Verarbeitung her gut, doch wiedermal wurde bewiesen, dass das eben nicht reicht. Das Betriebssystem ist nicht gut und es gibt viele Bugs. Die Vor- und Nachteile nochmal zusammengefasst

+ gute Verarbeitung

+ responsiver Touchscreen

+ viele Anschlüsse & erweiterbarer Speicher

- unfertiges Betriebssystem  & viele Bugs

- sehr schlechtes Multitouch & automatische Ausrichtung

- oftmals schlechtes Design der Menüs

- lauter Lüfter

- katastrophaler Browser

Schlussendlich muss man auch noch bedenken, dass die 3G-Variante mit 32 GB Speicherplatz fast genauso viel kostet wie ein iPad mit 32 GB und 3G. Im Vergleich zum Apple-Gerät ist das WeTab aber viel schlechter. Deshalb würde ich euch empfehlen, auf ein besseres Tablet zu warten oder beim iPad zuzuschlagen. Die 569€ für’s WeTab sind es auf jeden Fall nicht wert. Schluss, Aus, Basta!

Kategorie: Featured // Tablets

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5 Comments + Add Comment

  • [...] [...]

    • Hallo zusammen,
      kommt hier noch eine Info zum Softwareupdate vom Wetab ?
      Siehe Heise….
      cu
      Sam

      • Ja, bin gerade am Tippen. Hatte heute den Tag über nicht viel Zeit, die News geht morgen raus.

  • [...] [...]

  • einige deiner punke kann ich nicht nach empfinden alleine die aussage das das ipad 32GB 3g genauso teuer sei wi das wetab

    bullshit ..

    desweiteren is das ipad zwar bekannter und dem kommerz besser verschrieben
    aber dennoch hat da we tab durch seine speicher erweiterung mehr möglichkeiten …

    PS : wen du mir jetzt raten willst das ipad2 zu kaufen . kann ich nur sagen nein danke da dieses zu teuer is und ich den konzern nicht unterstütze mit seiner bescheisserei

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